ALFRED CORDES

SCHRIFTSTELLER

leben & schreiben

Das Leben des Alfred Cordes begann 1948.
Die Kindheit fand im Freien statt: auf Trümmergrundstücken, Garagenhöfen und wilden Bolzplätzen.
Das Schreiben des Alfred Cordes begann in der Grundschule mit ei­nem Griffel auf einer Schiefertafel. Aus den Buchstaben formten sich Wörter und Sätze, mit deren Hilfe sich die Wirklichkeit spiegeln und begreifen ließ. Was er mit einem Stift auf Papier festhielt, sollte den ersehnten Bestand besitzen. »Wer schreibt, der bleibt«, sprach seine Großmutter, und Alfred dachte nicht an einen imaginären literarischen Nachruhm, er verstand die Worte seiner Oma anders: Wer schreibt, der bleibt – bei sich.
Das Leben schwamm mit der Zeit: Abitur, Studium, ein paar Umwege, und auf einem begegnete ihm ein Schutzengel, der ihn fraglos an die Hand nahm und bis heute begleitet: glücklicherweise.
Vor dem Schreiben steht zunächst das Lesen: die Welt sich anzueig­nen durch das paradiesische Universum fiktiver Geschichten. Ende seiner Zwanziger traut er sich vor ein weißes Blatt. Die ersten Resultate vertraut er seinem Papierkorb an, die weiteren einer diskreten Schublade. Aber das Schreiben ist Teil von ihm geworden, er will es unbedingt loswerden und um jeden Preis bei sich halten. Alfred Cordes arbeitet sich unverdrossen durch seine fiktiven Welten und begreift sich auf seine Art als »freier« Schriftsteller: wirtschaftlich und literarisch unabhängig, frei von den neu­rotischen Anwandlungen des Literaturbetriebes und somit absolut ungestört.

Inzwischen ist Alfred Cordes pensionierter Schulmeister, schreibt noch immer Tag für Tag und und veröffentlicht ab Herbst 2016 seine gesammelten Werke sukzessive in der privaten »edition calamus«.

 

Alfred Cordes
Foto: Karsten Michaelis